Erlebnis

Radler durchs Murgtal trotzen Regen

Die Eröffnungstour mit dem neuen Freizeitexpress „Murgtäler“ als geführte Radtour auf der Strecke „Tour de Murg“ in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Tourismus- Freizeit Gaggenau, DB Regio Mannheim,  NVBW - Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg und Zweckverband „Im Tal der Murg“ wurde trotz widriger Witterungsverhältnisse durchgeführt.

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Zustieg am Gaggenauer Bahnhof. Foto: mavo (AKTF) 

In Gaggenau stiegen zahlreiche Radler mit Familien zu, und beim Start in Freudenstadt konnte Frank Eisold und sein Radlerteam auch Roland Büchel von DB Regio Mannheim und Tourismusdirektorin Christina Palma Diaz besonders begrüßen sowie den Radverkehrsbeauftragten der Stadt Gaggenau, Volker Wickersheimer, Kai Ronto, Ansprechpartner Radverkehr im Landkreis Rastatt und Katharina Bitterle Radinfrastruktur Mitarbeiterin der NVBW – Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg. Nach einer Stärkung mit Brezeln von Brezel Böhmer aus Kuppenheim, Talabwärts ging es mit vielfältigen Erklärungen und immer wieder mit Schauern, aber die Gruppe hielt aus bis nach Forbach. Dort musste die Tour leider abgebrochen werden, und die Weiterfahrt erfolgte mit der Stadtbahn bis nach Hörden zum Museum Haus Kast, wo alles eingedeckt war vom örtlichen Heimatverein. In der urigen Atmosphäre begrüßte Vorsitzender Bernd Kraft die Gruppe und war erfreut, dass der Abschluss noch arrangiert werden konnte.

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Die Radlergruppe vor dem Eingang zum Museum Haus Kast in Hörden. Foto: mavo (AKTF) 

Zur Überraschung des Teams der Radführer gab es vom Marketingleiter der AOK Mittlerer Oberrhein Trikots als Dankeschön für die diesjährige Begleitung, die jetzt auch vom DRK-Ortsverein Gaggenau (Vorsitzender Horst Neuendorf mit Gattin) besonders betreut wird. Nach den Einträgen ins Gästebuch und mit netter Unterhaltung im Hof konnte Manfred Vogt noch darauf hinweisen, dass die nächste „Tour de Murg“ am Sonntag, 23.7, stattfindet. Am 20.8 geht es per Rad in den Nationalpark und am Sonntag, 17.9, findet die Kirchentour per Rad statt – alle Ausflüge jeweils mit Führung. Der Kauf der Fahrscheine am Automaten kann auch für Gruppen ab sechs Personen dort gelöst werden zum halben Fahrpreis gegenüber dem Einzelfahrpreis. Der bwtarif-Kundenservice ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar unter 0800 298 2743. (mavo)

UNESCO: Flößerei als Immaterielles Erbe der Menschheit anerkannt

Gaggenau-Hörden. Großer Jubel herrschte beim Verein für Heimatgeschichte Hörden e. V, als er am 1. Dezember die Nachricht aus Rabat (Marokko) erhielt, dass die UNESCO Kommission die Flößerei als „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ anerkannt hat. Aktuell gehören 180 Staaten dieser UNESCO Kulturorganisation an. Mehr als 600 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken und Formen des Naturwissens aus aller Welt werden derzeit auf diesen Listen geführt.

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Murgflößer 1890 in Gernsbach, damals ein richtiger Knochenjob. Foto: Stadtarchiv Gernsbach

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Heute gelebte Tradition auf dem Gernsbacher Altstadtfest. Foto AKTF

Die Geschäftsführende Vorstände des Vereins, Bernd Kraft, Udo Schwaab, Wolfgang Strobel sagten dazu:“ Wir als kleiner Verein sind stolz bei so einer großen Sache aktiv mitgewirkt zu haben und bedanken uns ganz herzlich bei unseren Mitgliedern und Unterstützern, sowie allen Besuchern unseres Museums Haus Kast“.

Als Deutschland 2013 dem UNESCO Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten war, hat der Vorstand der Deutschen Flößerei - Vereinigung sofort einen Antrag erarbeitet, der von namhaften Wissenschaftlern unterstützt wurde. Das Land Bremen nahm den Antrag an und leitete ihn weiter an die zuständige Kultusministerkonferenz und die Deutsche UNESCO - Kommission. Nach einem langwierigen Auswahlverfahren wurde die Flößerei als eine der ersten Antragsteller 2014 als „Immaterielles Kulturerbe Deutschlands“ anerkannt.

Nun ist es gelungen, mit Flößerfreunden aus Lettland, Österreich, Polen, Tschechien und Spanien zusammen, die Ernennung der Flößerei, als „Immaterielles Kulturerbe der Menschheit“ zu erreichen.

Der Vorsitzende der Deutschen Flößerei - Vereinigung, Martin Spreng, die 35 Vereine, Städte und Museen vertritt, erklärte: „Diese Anerkennung ist den vielen Flößerinnen und Flößern zu verdanken, die schon viele Jahre durch Flößerfeste, Floßbau und Informationsveranstaltungen, sowie in Museen das Erbe des alten Handwerks bewahren und ihr Wissen mit Engagement und Freude, an die junge Generation weitergeben“. In unserer Region sind dies der Verein für Heimatgeschichte Hörden mit dem einzigartigen Museum Haus Kast, die Gernsbacher Murgflößer und das Flößermuseum Steinmauern.

Dieses alte Handwerk hatte Jahrhunderte lang das Leben der Menschen und die Wirtschaft mitgeprägt. Gerade im Mittelalter und der vorindustriellen Zeit, die man das „hölzerne Zeitalter“ nennt, war der Holztransport über die Flüsse, mangels Straßen und Transportmöglichkeiten, substanziell. Ob Feuerholz für Salzsiedereien und Glashütten, Bauholz für Häuser oder sogar für den Schiffsbau zum Beispiel in Holland, ohne das Holz wäre die Entwicklung der Städte in Deutschland, in Europa und vielen Ländern der Erde nicht möglich gewesen.

Für den Verein für Heimatgeschichte Hörden e. V.  war neben der Nachricht aus Rabat das „Highlight“ des Jahres, der Besuch des Deutschen Flößertages in München. Dort feierte die Deutsche Flößerei – Vereinigung unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, ihr 30 – jähriges Bestehen. „Doch so ein Prädikat als Flößer verliehen zu bekommen“, so Bernd Kraft ist noch eine gehörige Nummer größer – ein Weltereignis, das uns anspornt für unsere weitere Aktivitäten und uns gleichzeitig aber auch bestätigt, dass die bisherige, jahrelange aktive Arbeit äußerst erfolgreich war. Für unsere gesamte Region ist diese Anerkennung eine einzigartige Auszeichnung.“ (bk)