Schwarzwaldguide gibt Touren-Tipps

BNN 16.11.2020

Leicht bis streckenweise steil: Rainer Schulz empfiehlt die schönsten Wanderungen im mittleren Murgtal

Einheimische Riesen und Exoten

Naturführer Rainer Schulz erklärt bei einer Wanderung die erstaunliche Artenvielfalt im Kurpark Bad Rotenfels

Von Sabine Zoller

Gaggenau – Ob Rosskastanie, Rotbuche oder Robinie, Esche, Efeu oder Eisenholzbaum, Silberlinde, Schwarznuss oder Götterbaum: Die einzigartige Artenvielfalt von Flora und Fauna ist im Kurpark von Bad Rotenfels eine wahre Pracht.

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„Baumflüsterer“: Naturparkführer und Schwarzwald-Guide Rainer Schulz.

Wer mit offenen Augen durch den Park wandelt, kann Informationen über die betreffenden Bäume an den kleinen Beschilderungen erkennen. Aber damit ist noch lange nicht geklärt, warum ausgerechnet dieser Baum im Kurpark steht oder welchen Nutzen er einst oder gar noch heute für die Gesellschaft hat. Kein Wunder also, dass die fachkundige Führung von Rainer Schulz am Samstag viele Interessierte von nah und fern begeisterte.

Eigens dafür ist Ursula Krummholz aus Bretten angereist, um mehr über die Artenvielfalt zu erfahren. „Mich begeistern die vielen verschiedenen Eichenbäume“, lautet der Tenor der naturverbundenen Spaziergängerin, die dem Baum Stärke, Härte und Standfestigkeit zuordnet. Überrascht lauscht sie den Ausführungen des Naturparkführers und Schwarzwald-Guides, der Wissenswertes zum Kultbaum der Germanen und der Kelten berichtet, der über die tiefen Pfahlwurzeln mit Mutter Erde besonders fest verankert ist. „Kein Sturm wirft eine gesunde Eiche um“, erklärt Schulz, der als ehemaliger Forstwirt vom Brennholz der heimischen Eiche schwärmt, das mit 3,3 Watt/kg das höchste Ergebnis für einen Heizwert erzielt.

Schulz informiert nicht nur über das Holz von heimischen Arten, sondern zudem über Exoten, wie die Rot-Eiche oder die Amerikanische Eiche genannte Eichenart, die lediglich einen Heizwert von 2,8 Watt bietet. „Dafür aber liefert sie ein ideales Holz für den Parkettbau und zeigt sich im Herbst mit einem prächtig roten Blätterkleid.“ Die außergewöhnlich großen, bis zu 20 Zentimeter langen Blätter laufen mit ihren tiefen Einbuchtungen spitz zu und begeistern Heidi Tippmann aus Gaggenau, die gleich fünf davon einsammelt und freudestrahlend erklärt: „Die werden nun gepresst und auf Karten aufgeklebt. Dann sind das schöne Geschenke, die man per Post in alle Welt versenden kann.“

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